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9.004 Hektar Stille: Was ein neuer Naturpark dem Süden Raum gibt

9.004 Hektar Stille: Was ein neuer Naturpark dem Süden Raum gibt

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Die Sierra de Escalona und die Dehesa de Campoamor stehen für eine andere Seite der Comunitat Valenciana: Barrancos, Pinien, Kaninchen und die Geduld großer Greifvögel. Die Ausweisung als Naturpark lenkt den Blick auf die Frage, wie eine dicht genutzte Küstenregion ihrer Landschaft Platz lässt.

9.004 Hektar Wald, Barrancos und Hänge im Süden der Provinz Alicante sollen nach der einzigen vorliegenden Darstellung künftig den Naturpark Sierra de Escalona y Dehesa de Campoamor bilden. Die Zahl klingt zunächst nach Verwaltungsgeometrie; auf der Karte ist sie etwas anderes: ein großer zusammenhängender Freiraum zwischen Orihuela, San Miguel de Salinas und Pilar de la Horadada, drei Gemeinden, die laut Bericht zugleich zum sozioökonomischen Einflussbereich des Parks zählen sollen.

Der Bericht datiert den Beschluss des Consell auf den 11. September 2026 und bezeichnet das Gebiet als den 23. Naturpark der Comunitat Valenciana. Für Valencia als Stadt ist das keine neue Grünanlage am Stadtrand und kein Ausflugsversprechen mit fertiger Route. Es ist vielmehr eine Erinnerung daran, dass die Region, die wir oft über Strand, Orangenfelder und Straßenachsen wahrnehmen, auch von Landschaften lebt, deren Wert gerade darin liegt, nicht lückenlos erschlossen zu sein.

Ein Naturpark ist dabei keine Schachtel, in die man Natur legt und den Deckel schließt. Er ist ein Versuch, Grenzen zu zeichnen, bevor jede freie Fläche nur noch als Reserve für etwas anderes gelesen wird. Was diese Grenze im Alltag tatsächlich erlaubt, lenkt oder verhindert, wird wichtiger sein als die feierliche Zahl auf dem Dekret.

Die Karte endet nicht an der Parkgrenze

Nach der vorliegenden Darstellung umfasst der eigentliche Park 9.004 Hektar, während sich der Plan zur Ordnung der natürlichen Ressourcen, der PORN, über 18.066,22 Hektar erstrecken soll. Dieser größere Umriss schließt dem Bericht zufolge Randzonen und angrenzende Flächen ein. Genau dort entscheidet sich oft, ob ein geschützter Kern atmen kann oder nur eine grüne Insel zwischen immer stärkeren Nutzungen bleibt.

Der PORN sei im Februar 2026 endgültig gebilligt worden und habe bindenden Vorrang vor anderen Instrumenten der Raum- und Stadtplanung, heißt es in der einzigen Darstellung. Das ist sperrige Sprache, doch ihr Inhalt ist sehr konkret: Eine Linie auf dem Plan kann für Wege, Bebauung, Landwirtschaft und Freizeitnutzung mehr Gewicht bekommen als eine schöne Beschreibung von Landschaft.

Die wichtigste Zahl ist nicht nur die Fläche des Parks. Entscheidend ist der größere Raum darum herum, in dem Schutz nicht an einem Zaun enden soll.

Für Menschen, die in Valencia wohnen oder die Region besuchen, liegt darin eine nützliche Lektion: Natur ist selten nur der Aussichtspunkt, an dem man anhält. Sie besteht ebenso aus den stilleren Flächen dazwischen – den Zufluchten, Übergängen und Wegen, die auf keiner Postkarte die Hauptrolle spielen.

Ein Wald, der nicht spektakulär sein muss

Der Bericht beschreibt besonders dichten Baumbestand in Schluchten und schattigen Lagen. Genannt werden Aleppokiefer, Erdbeerbaum, Kermeseiche, Mastixstrauch und Zwergpalme. Diese Aufzählung erzählt von einer Mittelmeerlandschaft, die nicht mit einem einzigen großen Wahrzeichen arbeitet, sondern mit Schichten: Harzduft, niedriges Gestrüpp, helle Steinflächen und plötzlich kühlere Einschnitte im Gelände.

Dass gerade solche Orte Schutz brauchen, ist leicht zu übersehen. Sie liefern kein fertiges Stadtbild und keine kurze, glatte Erzählung. Wer Landschaft nur nach dem bewertet, was sich schnell konsumieren lässt, nimmt den Wald als leere Kulisse wahr. Der Bericht zeichnet dagegen ein Gebiet, dessen ökologischer Wert an Deckung, Nahrung und Verbindung hängt – Dinge, die man oft erst bemerkt, wenn sie fehlen.

Zur bestehenden Schutzkulisse zählen laut Darstellung bereits das geschützte Landschaftsgebiet der Sierra de Escalona und ihres Umfelds, die kommunale Naturfläche Lagunas de Lo Monte sowie das katalogisierte Feuchtgebiet des Stausees La Pedrera. Außerdem nennt der Bericht europäische Schutzfiguren für Vögel und Lebensräume. Die vielen Namen sind kein Schmuck am Rand: Sie zeigen, wie verschiedene Landschaftstypen ineinandergreifen können, auch wenn jede Behörde ihnen eine eigene Bezeichnung gibt.

Kaninchen, Adler und die Arbeit der Verbindung

Der vorliegende Bericht hebt eine große Kaninchenpopulation hervor und nennt sie als Nahrungsgrundlage für Steinadler und Habichtsadler. Das Gebiet sei für die Ausbreitung junger und noch nicht ausgewachsener Tiere dieser Arten bedeutsam. Zudem wird eine wichtige Population fleischfressender Säugetiere, darunter die Wildkatze, erwähnt.

Solche Angaben verändern den Blick auf das, was nach ungenutztem Gelände aussieht. Ein Kaninchenbau, ein dichter Hang und ein ruhiger Durchlass zwischen zwei Nutzflächen gehören, folgt man der Darstellung, zu einer Nahrungskette und zu Bewegungen, die viel größer sind als ein einzelnes Schutzschild. Der Wert eines Parks liegt dann nicht allein darin, dass etwas darin bleibt, sondern darin, dass Tiere von dort weiterziehen können.

Das ist auch ein Gegenbild zur vertrauten Mittelmeerküste, an der jede Aussicht, jede Zufahrt und jeder freie Streifen um Aufmerksamkeit konkurriert. Ein Gebiet für Adler und Wildkatzen zu sichern heißt nicht, die menschliche Welt auszulöschen. Es heißt, ihr anzuerkennen, dass sie nicht die einzige Nutzerin des Bodens ist.

Schutz ist eine Verabredung mit den Nachbarn

Die Wahl der Kategorie Naturpark wird im Bericht damit begründet, dass sich Umwelt- und Landschaftswerte dort historisch im Zusammenspiel mit menschlicher Nutzung entwickelt hätten. Vorgesehen sei, Biodiversität und ökologische Vernetzung mit traditionellen Tätigkeiten zu vereinbaren und eine nachhaltige ländliche Wirtschaft zu fördern. Das klingt nach Formel; in einer Region mit unterschiedlichen Erwartungen an Land ist es aber der eigentliche Kern der Sache.

Ein künftiger Plan zur Regelung von Nutzung und Verwaltung, ein PRUG, soll laut Bericht durch die zuständige Umweltbehörde ausgearbeitet werden. Dort wird sich die abstrakte Idee des Parks in Regeln für öffentliche Nutzung und wissenschaftliche Forschung übersetzen müssen. Für Anwohnerinnen, Landnutzer und Besucher sind gerade diese Übersetzungen entscheidend: nicht der Titel auf einer Karte, sondern die verständliche Praxis vor Ort.

Der neue Park kann deshalb nur dann mehr sein als eine Fläche mit neuem Namen, wenn Schutz und Alltag sich nicht als Gegner begegnen. Wer Valencia und seine Umgebung erkundet, findet unter Entdecken viele Zugänge zur Region. Die Landschaft im Süden erinnert daran, dass der beste Zugang manchmal darin besteht, einem Ort nicht noch eine weitere Aufgabe aufzubürden.

Mehr Ideen, um Valencia und seine Umgebung bewusst zu entdecken, finden Sie in unserem Guide.